Das Comeback eines Nürburgring-Publikumslieblings

Jürgen Freiburgs „Pioneer-Corrado“

Auf diesen 23. September im Jahr 2017 hätten Jürgen Freiburg und sein Team wohl getrost verzichten können. Es war der Tag, als der kultige „Pioneer-Corrado“ des „Fast Racing Teams“ unverschuldet einen Totalschaden erlitt. Ein bitterer Moment für das Team, das zehn Jahre lang mit dem beliebten Wolfsburger Sportcoupé bei der VLN-Langstreckenmeisterschaft Nürburgring antrat. Doch Motorsportler sind hart im Nehmen. Nur 24 Stunden nach dem Crash hatte sich das Team entschieden: Wir machen weiter. Was folgte, ist ein außergewöhnlicher Kraftakt voller Hingabe.

Nur einen Tag nach dem Unfall meldete sich eine Familie bei Jürgen Freiburg, die von der Tragödie erfuhren hatte und im Besitz einer bereits vorbereiteten VW-Corrado-Karosserie war. Jürgen, der bei uns als Head of Health and Safety in Ennepetal und Bochum arbeitet, fackelte nicht lange und holte die Corrado-Karosserie ab. Der Anfang war gemacht.

In den darauffolgenden sieben Monaten opferten Jürgen Freiburg und sein Team Stunde um Stunde ihrer kostbaren Freizeit, um einen neuen Renn-Corrado aufzubauen. Am Ende sollten es über 1.100 Arbeitsstunden werden. Ein großes Opfer? Mitnichten. „Wir hatten Freude daran, das gemeinschaftlich zu machen“, erinnert sich Jürgen. „Es war für uns keine Option zu sagen, den Winter verbringen wir lieber auf dem Sofa“, so Jürgen. Schließlich hatte das gesamte Team immer das ersehnte Comeback vor Augen.

In den Wintermonaten wurde die Karosserie für mehr Steifigkeit verstärkt, eine neue Sicherheitszelle eingeschweißt. Kurz darauf wurden Getriebe und der erst 2016 komplett neu aufgebaute Motor eingesetzt. Bei uns in Ennepetal erhielt der 230 PS starke VW Corrado ein BILSTEIN MDS2-Fahrwerk. Hier wurde auch das Fahrwerk abgestimmt, Spur und Sturz vermessen und die Achskomponenten aufeinander eingestellt. „Da hat sich gezeigt, dass die Arbeiten im Winter in die richtige Richtung gelaufen waren. Alles war so einstellbar, wie es sein soll“, erzählt Jürgen zufrieden.

Ein paar Monate später treffen wir Jürgen beim dritten VLN-Rennen der Saison in der Boxengasse am Nürburgring. Zeit, emotional zu werden, denn der Corrado ist tatsächlich wie geplant fertig geworden. „Es ist für unser Team spannend zu sehen, wie sieben Monate Vorbereitung in einem einzigen Tag gipfeln“, sagt Jürgen mit glänzenden Augen kurz vor dem Comeback seines Publikumslieblings. „Es ist einfach unglaublich, wie viel Hilfsbereitschaft und Zuspruch wir in den letzten Monaten erhalten haben und wie viel Begeisterung das Auto bei den Fans und bei den Medien auslöst. Ich bin dankbar, das erlebt zu haben“.

Nur rund eine Stunde nach Rennstart erhält Jürgens Optimismus einen Dämpfer. Im Bereich Breidscheid-Brücke muss Jürgen seinen Corrado abstellen. Erneut ein unverschuldeter Unfall. Das Rennen ist gelaufen – die Saison aber noch lange nicht. Denn wie war das nochmal? Motorsportler sind hart im Nehmen…

Bilstein Newsletter

Keine brandheißen Nachrichten verpassen! Der BILSTEIN-Newsletter bringt Ihnen spannende Storys aus unseren Themenwelten bequem in Ihren Posteingang.


Händler und Experten in Ihrer Nähe finden.