Lars Hoffmann beeindruckt in der Caterham Academy

Allein unter Briten

Caterham Deutschland Chef Kurt Hoffmann ist Pragmatiker. Das wird schnell klar, wenn der Importeur ultraleichter Sportwagen aus England entwaffnend feststellt: „Ich verkaufe, was eigentlich keiner braucht“. Kurt Hoffmann ist aber auch leidenschaftlicher Fahrdynamiker. Und so kam eins zum anderen, als der damalige Rover-Händler, es muss um 1999 gewesen sein, ein Angebot erhielt, das er nicht abschlagen konnte. „Ich hatte damals einen Caterham geleast. Caterham UK sagte zu mir ‚Wenn du Händler wirst, kannst du den Wagen natürlich auch zum Händler-Einkaufspreis haben‘.“ Zuerst skeptisch, weil er nicht vermutete, dass es tatsächlich so viele Verrückte geben könnte wie ihn selbst, willigte Kurt Hoffmann ein und wurde Caterham-Händler.

Parallel fuhr der begeisterte Motorsportler natürlich auch Rennen mit seinen Sportwagen nach Vorbild der alten Seven von Lotus. Zu den zahlreichen Pokalen, die Kurt Hoffmann bei Langstreckenrennen auf diversen Porsche abräumen konnte, gesellten sich in den folgenden Jahren also viele weitere.

Die Begeisterung für den Motorsport im Allgemeinen und für Caterham im Speziellen vererbte er auch an seinen Sohn Lars. „Wir flachsten immer: ‚Wenn du mal groß bist, gehst du in die Caterham Academy‘ – und irgendwann war es soweit.“ Und groß ist Lars Hoffmann tatsächlich. So groß, dass man sich fragt, wie dieser 2-Meter-Mann in einen dann doch eher kompakt bauenden Caterham passt.

Wie das passt, zeigte Lars Hoffmann ziemlich eindrucksvoll: In seiner ersten Saison in der für Motorsport-Neulinge konzipierten Caterham Academy holte Hoffmann junior auf Anhieb den zweiten Platz in der Meisterschaft, die ausschließlich auf Rennstrecken in England ausgetragen wird.

Warum ausgerechnet England, warum ausgerechnet die Caterham Academy? Es sollte eine kostengünstige Möglichkeit her, ernsthaft in den Autosport einzusteigen. Die Caterham Academy ist mehrstufig aufgebaut, führt Novizen kostengünstig in den Rennsport ein und lässt sie erste Rundstreckenerfahrungen sammeln. Doch bedächtig geht es dort nicht zu. „Die Engländer gehen ganz schön zur Sache“, berichtet Kurt Hofmann. Doch für seinen Sohn sollte sich die Caterham Academy als die perfekte Basis erweisen.

Ein Jahr später, 2019, startete Lars eine Stufe höher in der Caterham Roadsport Championship, erneut als einziger Deutscher unter lauter Briten. „Ob Deutschland oder England macht, glaube ich, keinen großen Unterschied“, so Lars Hoffmann. „Ich bekomme vielleicht etwas mehr Aufmerksamkeit, habe aber keinen besonderen Status und bin gut aufgenommen worden.“ Vielleicht etwas zu gut: Denn 2019 holte der heute 24-Jährige die Meisterschaft in seiner Klasse – mit einem Punkt Vorsprung!

„Es war keine einfache Saison“, erklärt Lars. Bei zwei Rennen musste der junge Rennfahrer von hinten starten. „Wir haben in der Caterham Academy sehr strenge Stewards“, die auch kleinere vergehen ahnden. Wenn du eine Strafe kassierst, musst du das akzeptieren, die Fassung und die Konzentration behalten – auch wenn du dann durch das ganze Feld pflügen musst, um in die Punkte zu fahren“.

2020 wartet der nächste Sprung: Der gelernte Kfz-Mechatroniker wird ein Level höher in der Caterham Motul 270R Championship starten, deren Reglement einige technische Neuerungen vorsieht. Die streng reglementierten technischen Upgrades der Autos sind eine Besonderheit der Caterham Academy. Alle Fahrzeuge verfügen über ein BILSTEIN Gewindefahrwerk mit Einrohr-Gasdruckstoßdämpfern. Schließlich vertraut Caterham für die Straßen- und Motorsport-Fahrzeuge seit 25 Jahren auf unser Fahrwerks-Know-how: Jedes Jahr produzieren wir als exklusiver Lieferant über 1.000 Stoßdämpfer für Caterham.

In der Caterham Seven 270R Championship wird weiterhin mit Academy-Autos gefahren, die aber mit einigen Performance-Upgrades ausgestattet sind. So wird Lars 2020 eine deutlich straffere Version der vorgeschriebenen Stoßdämpfer von BILSTEIN in der 270/R Championship fahren. „Außerdem kann unter anderem vorne ein härterer Stabi verbaut werden, zudem sind größere Hauptbremszylinder vorgeschrieben. Das alleine macht auf der Strecke zwei Sekunden aus“, ist Lars überzeugt.

Dem perfekten Fahrwerks-Setup kommt bei den weitgehend baugleichen Renngeräten eine wichtige Bedeutung zu. „Die Serie ist so eng, dass sich jede Veränderung stark bemerkbar macht“, erklärt Hoffmann senior.

Trotz der harten Konkurrenz ist für Lars eines klar: „Mein Ziel ist es natürlich, wieder den Titel zu holen, auch um zu beweisen, dass ich zu mehr in der Lage bin“.