Rallye-Neuling Leandro Fernandez gewinnt mit BILSTEIN die Africa Trophy

Rookies in Marokko

Zum Motorsport kam Leandro Fernandez wie die Jungfrau zum Kinde. Bei einer – vermeintlich – gemütlichen Familientour durch Marokko infizierte sich Leandro mit dem Offroad-Virus. Das war im Dezember 2018. Bereits zwei Monate später zog es den Spanier im Rahmen einer geführten Tour zurück in die Wüsten Marokkos. „Ich habe jede Lücke im Zeitplan genutzt, um abseits der Gruppe mein Fahrzeug und seine Grenzen zu testen und dabei auch nach höheren Geschwindigkeiten gesucht und habe es über alles genossen“, schwärmt Leandro.

Wenig später keimte in Leandro der Wunsch, bei einer echten Rallye mitzufahren. „Ich habe viele Amateur-Rallyes und semiprofessionelle Veranstaltungen unter die Lupe genommen und mich für die Africa Trophy entschieden“, so Leandro. Die in der Offroad-Szene bekannte Rallye wird bereits seit zehn Jahren in Marokko ausgetragen. Die Africa Trophy erfordert gute Navigationsfähigkeiten, hohe Geschwindigkeiten und fahrerisches Können – und stellt Fahrer, Beifahrer und Fahrzeug auf eine harte Probe.

Tatkräftige und kompetente Unterstützung fand Leandro bei den Offroad- und Fahrwerksexperten vom BILSTEIN Partner 4x4proyect in Saragossa. Die Optimierungen fielen überschaubar aus: So fanden neue Sportsitze und ein neues Fahrwerk ihren Weg in den Jeep Wrangler JK Unlimited. „Wir montierten modifizierte BILSTEIN Stoßdämpfer mit 60-Millimeter-Arbeitskolben. Um das Potenzial der Stoßdämpfer voll auszuschöpfen, optimierten wir zudem die Achsgeometrie des Jeep Wrangler“, erzählt Nico Garcia Vogel von 4x4proyect.

„4x4proyect-Eigentümer Miguel hat die Entwicklung meines Fahrzeugs sorgfältig betreut und mir bei jeder Frage geholfen die richtigen Komponenten zu finden um die Performance gezielt nach meinen Bedürfnissen weiterzuentwickeln. Für mich sind das große Profis“, hat Leandro nur Gutes über die Zusammenarbeit mit den Offroad-Profis aus Saragossa zu erzählen.

Der Optimismus sollte bei Leandro und seinem Co-Piloten José allerdings schnell einem doch eher mulmigen Gefühl weichen. „Kurz vor der Rallye kamen wir im Fährhafen von Almeria an und hatten, um ehrlich zu sein, nicht mehr als eine Handvoll Orgamitglieder mit ihren Fahrzeugen und ebensoviele Teilnehmerfahrzeuge wie unseres erwartet“, berichtet Leandro. Doch weit gefehlt: „Ich schaute nicht schlecht: Auf Seiten der Rallye-Leitung waren unzählige Mitglieder, Fotografen und jede Menge Fahrzeuge vor Ort. Unter den Teilnehmern sah die Sache ähnlich aus. Es waren sehr professionell aufgebaute Wettbewerbsfahrzeuge dabei.“ Während viele Teams eigene Servicetrucks und Mechaniker dabei hatten, beschränkte sich der technische Support von Leandro und José auf eine Kiste mit Werkzeug, die im Jeep Platz fand. „Unsere Optionen irgendetwas zu erreichen, waren soeben verpufft“, stellte Leandro ernüchtert fest.

Doch es kam etwas anders. Die Rallye-Rookies fanden sich trotz sehr überschaubarer Navigationserfahrungen von Anfang an in der Spitzengruppe in ihrer Klasse wieder. Leandro: „Die erste Etappe war für uns ein Erfolg. Wir waren es nicht wirklich gewohnt nach Roadbook zu fahren und schafften dennoch einen zweiten Platz. Die Stimmung war euphorisch und wir bemerkten, dass wir realistische Chancen auf ein gutes Ergebnis hatten.“

Als in der vierten Etappe das führende Team von einem technischen Problem heimgesucht wurde, war der Weg frei. Die Underdogs aus Spanien fuhren konstant schnell und vermieden größere Fehler – und holten tatsächlich den ersten Platz in ihrer Klasse. „Die Ziellinie als Erster zu überqueren, ohne technische Probleme und vor Teams mit unverhältnismäßig mehr Mitteln hat mich unglaublich stolz gemacht“, freut sich Leandro, der ausschließen kann, dass seine erste auch seine letzte Rallye gewesen ist.

Dem Fahrwerk kam bei der Africa Trophy laut Leandro eine absolute Schlüsselfunktion zu. „Wir benötigten ein Setup, dass auf jedem Gelände effizient funktioniert, von schnellen Pisten über ausgewaschene und steinige Bergpfade bis zu Sanddünen und das alles, ohne irgendetwas während der Prüfung einzustellen oder zu verändern. Letzteres war elementar wichtig, weil wir weder Erfahrung in diesem Bereich hatten, noch den Luxus genossen, von einem Serviceteam unterstützt zu werden. Das Fahrwerk hat sich wirklich an jedes Gelände optimal angepasst.“ Und lässt sich übrigens auch ohne größere Probleme im Straßenverkehr fahren. „Bei vielen Offroad-Fahrwerken fallen dir im Straßenverkehr die Plomben raus“, schmunzelt Nico. „Das ist bei unserer BILSTEIN-Lösung definitiv nicht der Fall“.

Wenn Leandro gefragt wird, was für ein Fahrwerk er anderen Jeep-Wrangler-Fahrern empfehlen würde, ist die Antwort also ziemlich klar. So wie in diesem Fall, als in einem spanischen Offroad-Forum ein gutes Offroad-Prerunner-Fahrwerk gesucht wurde. Die entwaffnende Antwort von Leandro: „Ich weiß nicht genau, was gut ist und was schlecht, aber ich habe mit meinem BILSTEIN Fahrwerk gerade meine erste Rallye gewonnen.“