Spektakulär und erfolgreich: Der Porsche 935

Auf Basis des Porsche 930 entwickelte Porsche Mitte der 1970er Jahre den Porsche 935. Nach FIA-Gruppe-5-Reglement aufgebaut, wurde der Turbo-befeuerte Rennwagen zwischen 1976 und 1982 vor allem in der Marken-Weltmeisterschaft und in der Deutschen Rennsport Meisterschaft (DRM) eingesetzt. In seiner ersten Ausbaustufe hatte der Porsche 935 2,85 Liter Hubraum und mobilisierte knapp 590 PS.

Bereits damals setzten die Porsche-Ingenieure auf konsequenten Leichtbau. So bestanden beide Türen und die Front- und Heckhaube des 935 aus leichtem GFK. Der Porsche 935 mit dem liebevollen Beinamen „Baby“ brachte 1977 nur noch 750 Kilogramm auf die Waage. Und beim 935-78 „Moby Dick“ von 1978 interpretierte Renningenieur Norbert Singer das Reglement der FIA zwar sehr mutig, da ziemlich kreativ, doch weitgehend korrekt: Weil laut FIA lediglich „die Form des Fahrzeugkörpers samt Türen und Dach erhalten“ bleiben musste, veränderten die Porsche-Entwickler Front und Heck drastisch und verbreiterten die Kotflügel des 935 erheblich. Nur die Türen und das Dach blieben letztendlich unverändert.

Die verschiedenen, jedoch allesamt spektakulären Varianten des Porsche 935, gewannen von 1976 bis 1979 vier Jahre hintereinander die Marken-WM und 1976 und 1979 den DRM-Titel. Volker Branderhorst, damals bei BILSTEIN im Motorsport-Kundendienst unter anderem für die Porsche-935-Teams zuständig, erinnert sich: „Die DRM bot tollen Rennsport und richtig große Starterfelder mit fast 40 Autos – davon die Hälfte Porsche 935“. Bei den Stoßdämpfern vertrauten fast alle Teams auf BILSTEIN. „Bestimmt 95 Prozent aller 935 fuhren auf unseren Stoßdämpfern“, so Branderhorst, der in den 70ern bei fast allen Rennen als Ansprechpartner mit dem BILSTEIN-Renndienst zugegen war.

Auch die Fahrer der 935-Werks- und Privatteams sorgten für erstklassige Unterhaltung und lesen sich heute wie das Who-is-who der Motorsport-Geschichte. „Unter anderem Manfred Winkelhock, Rolf Stommelen, Klaus Ludwig, Jacky Ickx oder John Fitzpatrick saßen in den Autos – alles richtig gute Fahrer“, ergänzt Branderhorst mit glänzenden Augen.

Bis heute gilt der Porsche 935 als einer der erfolgreichsten seriennahen Rennwagen aller Zeiten. Gekrönt wurde die beispiellose Karriere des Turbo-Porsche mit dem Sieg beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans 1979.

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