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Spektakuläres Comeback beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring 2020

Das 24-Stunden Rennen auf dem Nürburgring ist wohl mit keinem anderen Rennen der Welt vergleichbar. Keine Rennstrecke ist herausfordernder als die „Grüne Hölle“. Nirgendwo sonst starten so viele Fahrzeuge wie hier. Nirgendwo sonst gibt es solche Wetterkapriolen wie hier in der Vulkaneifel. Und kein anderes Rennen der Welt schreibt so viele Geschichten wie der legendäre Eifel-Klassiker. Es sind Geschichten von grenzenloser Leidenschaft und absoluter Hingabe. Es sind Geschichten wie diese.

Rückblick: Donnerstagabend, Qualifying 2 zum 24-Stunden-Rennen 2020. Das Nacht-Qualifying ist fast zweieinhalb Stunden alt, als um 22.49 Uhr die Meldung eines verunfallten Mercedes des neu formierten Haupt Racing Teams (HRT) die Runde macht; in den Fernsehbildern lässt sich schnell erkennen, das am Ende von vielen Crash-Einzelteilen ein „glühender“ Maskenträger steht. Unsere Nummer 2 – deren Spezialfolie im Scheinwerferlicht der heraneilenden Fahrzeuge reflektiert und leuchtet. In genau diesem ist Nico Bastian vorher die schnellste Runde überhaupt gefahren. Doch wie es so ist: Im Motorsport liegen Freud und Leid nah beieinander. Sein Teamkollege Yelmer Buurman hat ausgerechnet im Bereich Schwedenkreuz, einem der schnellsten Streckenabschnitte auf der Nordschleife überhaupt, auf nasser Strecke die Kontrolle verloren und ist in die Leitplanke eingeschlagen. Nun wartet der GT3 mit der auffälligen BILSTEIN Folierung auf den Abschlepper.

Nachdem sich herausstellt, dass dem Niederländer nichts passiert ist, macht sich zunächst Erleichterung breit, die aber wiederum schnell in Ernüchterung umschlägt: Die monatelangen Vorbereitungen sollten plötzlich nichts mehr wert sein? Fassungslos und mit Tränen in den Augen sitzt das Team vor dem Kommandostand, auch unserem Team vor Ort steckt ein großer Klos im Hals. Die möglichen Optionen fallen überschaubar aus: Aufgeben oder kämpfen. Das komplette Fahrerlager ist sich einig: Das 24 Stunden Rennen hat sein erstes prominentes Opfer…

Nur wenig später klingelt um 2 Uhr nachts das Telefon bei einer Werbetechnik-Firma in Waiblingen. Am anderen Ende: Die Firma BILSTEIN. Mit einer kurzfristigen Bestellung. Gebraucht würde eine neue Fahrzeug-Folierung, anzuliefern per Nacht-Express bei HRT in Meuspath. Gleichzeitig haben die Motorsport-Jungs um Daniel Pitsch die Schweißperlen auf der Stirn: Welche Nuancen müssen noch verstellt werden, damit unsere Technik wieder zwei Sekunden schneller auf der Nordschleife ist als die Konkurrenz und was ist eventuell kaputt gegangen und muss wieder gerichtet werden? Die Überraschung: Trotz des Crashs mit über 200km/h hat nur ein BILSTEIN EVO RT das Zeitliche gesegnet. Für Daniel Pitsch, Head of Motorsports Road Racing Engineering, keine allzu große Überraschung: „Unsere neuen BILSTEIN EVO R Stoßdämpfer verfügen über eine sehr hohe Festigkeit, sodass sie sehr standfest sind. Und das obwohl wir bei der Entwicklung sehr viel Wert auf Gewichtsoptimierung gelegt haben.“ Bei der Performance sind die brandneuen EVO RT Stoßdämpfer sowieso über jeden Zweifel erhaben: „Hydraulisch und technisch setzen wir auch bei unserem neuen 5-Wege-System auf das bewährte BILSTEIN Prinzip: Große Flächen und niedrige Drücke für maximale Performance“, erläutert Daniel Pitsch. Im BILSTEIN Motorsport Truck bauen unsere Techniker also schnell neue Stoßdämpfer für den BILSTEIN GT3 mit dem auffälligen Masken-Design.

Doch auch auf der anderen Straßenseite in Meuspath laufen die Telefone heiß und werden die Werkzeuge in Lichtgeschwindigkeit eingesetzt, denn es wurde ein neues Chassis aus Affalterbach organisiert und per „Nachtsprung“ in die Werkstatt gebracht. In Rekordzeit werden die noch verwendbaren Komponenten des Unfallfahrzeugs verbaut, das Fahrzeug wird im Laufe des folgenden Tages mit vielen helfenden Händen foliert.

Es ist eine Nacht in der aus Technologiepartner BILSTEIN und Rennteam HRT eine Einheit werden. Ein Team, dass sich der Grünen Hölle noch nicht geschlagen gibt.

Und tatsächlich: Am Freitagnachmittag kurz nach 15 Uhr und nach 14 Stunden unermüdlichem Teamwork klappen den Teams der über 100 Fahrzeuge die Kinnladen runter. Der Mercedes-AMG GT3 wird wieder in die Box geschoben. Das hat niemand für möglich gehalten. Schnell versammeln sich die Fernsehteams aus aller Welt an der HRT Box, um von der Widerauferstehung zu berichten.

Kurz darauf sitzt auch Nico Bastian schon wieder im Auto: Im ersten Top-Qualifying absolviert der Mercedes-AMG GT3 mit der Startnummer 2 seinen ersten Funktionstest und Nico Bastian wichtige Set-Up-Arbeit. Der Lohn: Platz 20 im Qualifying (eigentlich die fünft schnellste Zeit, aber aufgrund des Crashs wurden wichtige Fahrten verpasst). Für einen, den alle schon abgeschrieben hatten, gar nicht mal so schlecht. Und da geht noch mehr. Hubert Haupt, Teambesitzer HRT und neben Nico Bastian, Yelmer Buurman und Phillip Ellis einer der Fahrer richtet seinen Blick nach vorn – und auf die vorderen Plätze: „Man hat gesehen, dass die Mercedes-AMG GT3 bei diesen wechselnden Bedingungen sehr schnell sind.“ Wenn das Paket stimme, könne eine Platzierung weiter vorne drin sein.

Nachdem die HRT-Mechaniker so aufopferungsvoll für das Comeback gekämpft hatten, oblag es am Samstag den Piloten, das Gleiche zu tun und Boden gut zu machen. Und das taten sie auf eindrucksvolle Art und Weise: Bereits im ersten Renndrittel erobern sie Position um Position doch eine wetterbedingte Rennunterbrechung stoppt den Dampfhammer. Nach der wetterbedingten Rennunterbrechung in der Nacht von Samstag auf Sonntag nahm der Mercedes-AMG in BILSTEIN Farben das Rennen am Morgen auf Position elf liegend wieder auf. Bis zum Rennende kämpft sich das Team in die Top 10 und beendete das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring 2020 auf Platz neun.

Ein Comeback, über das man „am Ring“ wahrscheinlich noch in vielen Jahren sprechen wird.