Zwei erfolgreiche Mercedes-AMG GT3 in Dubai

Starker Saisonauftakt für HRT und BILSTEIN bei den 24 Stunden von Dubai

„Die Dämpfung ist gewöhnungsbedürftig“, grinst Maro Engel und meint das Kamel, auf dem er sitzt und durch die Boxengasse des Dubai Autodrome wankt. Kein Vergleich zu den BILSTEIN EVO RT Stoßdämpfern seines Mercedes-AMG GT3, den er kurz zuvor auf dem dritten Gesamtrang des 24-Stunden-Rennens ins Ziel gebracht hat. Der traditionsreiche Kamelritt zum Podium ist Ehrensache in Dubai, markiert er doch einen gelungenen Start in die neue Motorsportsaison für das Haupt Racing Team und BILSTEIN. Dabei wäre bei dem Wüstenmarathon für Engel und seine Cockpit-Kollegen Patrick Assenheimer, Ryan Ratcliffe und die dreimaligen Dubai-Sieger Khaled Al-Qubaisi und Hubert Haupt sogar noch mehr drin gewesen.

Wetterbedingungen am Persischen Golf. Vergessen ist das Regenchaos des Vorjahres, das zu einer Verkürzung des Rennens auf sieben Stunden führte. Selbst der Wind, der gelegentlich Sand aus der nahen Wüste auf die Strecke trägt, hält sich diesmal vornehm zurück. Alles andere als zurückhaltend ist der Start von Maro Engel: Der AMG Markenbotschafter mit dem HRT GT3 im blau-gelben BILSTEIN Design reagiert blitzschnell und macht vom siebten Startplatz aus zwei Positionen gut. Noch eine Spur spektakulärer entwickeln sich die folgenden Runden, in denen sich Engel einen Schlagabtausch mit Mirko Bortolotti im Lamborghini Huracan GT3 liefert – ein atemberaubendes Duell auf Augenhöhe zwischen zwei der besten GT-Piloten weltweit.

Nach zwei Stunden auf dem 5,390 Kilometer langen Kurs übergibt Engel den Mercedes-AMG GT3 an Hubert Haupt. Der Teambesitzer und ehemalige DTM-Pilot macht sofort weiter Druck nach vorne. Mit Erfolg: In Runde 79 leuchtet im Live-Timing erstmals „Pos. 1“ vor der Startnummer 4 auf. Auch Patrick Assenheimer kann bei seinem anschließenden Stint mit dem BILSTEIN-Boliden weitere Führungsrunden sammeln.

Erst eine ungünstige Code 60-Phase kurz nach einem Boxenstopp bringt die Marschroute von HRT BILSTEIN kurz ins Stocken. Doch das Fahrerquintett bleibt auf Podiumskurs und kann sich im Laufe der Nacht in der Spitzengruppe festsetzen. Als der Morgen über dem Dubai Autodrome anbricht, rückt ein Platz auf dem Siegerpodest in immer greifbarere Nähe. In der von Taktik und Tankstrategie geprägten Schlussphase rangiert Khaled Al Qubaisi bis 30 Minuten vor Ablauf der 24-Stunden-Distanz auf dem zweiten Platz.

Kurz vor Rennende holt HRT den Mercedes-AMG GT3 #4 auf Rang zwei liegend für den letzten Fahrerwechsel in die Box. Der Audi R8 LMS GT3 Evo von WRT lässt sich die Chance nicht entgehen und zieht vorbei. Schlussfahrer Engel gibt noch einmal alles und fährt mit leichtem Tank die mit Abstand die schnellsten Rundenzeiten des Feldes. Meter um Meter holt der aktuelle Rundenrekordhalter auf der Nürburgring-Nordschleife auf. Doch im Ziel fehlen wenige Sekunden: Hinter GPX Racing und WRT fährt HRT BILSTEIN auf Rang drei im Gesamtklassement.

„Der zweite Platz war greifbar, die Entscheidung ist erst knapp vor Rennende gefallen“, so Maro Engel. „Am Ende hat es nicht ganz gereicht, so ist es jetzt Rang drei für uns geworden. Es war kein einfaches Rennen, zumal so viele Autos auf der Strecke waren. Ein großes Dankeschön an das Team sowie meine Kollegen im Cockpit und Glückwunsch an die Sieger.“

Ein hervorragendes Ergebnis fährt auch das Schwesterauto von HRT mit der Startnummer 5 ein. Trotz Pech in der Anfangsphase kämpft sich der Mercedes-AMG GT3 mit Nico Bastian, Valentin Pierburg und Florian Scholze sowie den Doppelstartern Patrick Assenheimer und Khaled Al Qubaisi eindrucksvoll zurück: Noch vor Einbruch der Nacht kehrt die #5 zurück in die Top 10 und kann wenig später sogar die Führung in der Klasse GT3-AM übernehmen. Nach 24 Stunden belegt das Fahrzeug von HRT ABU DHABI RACING den fünften Gesamtrang und holte den Klassensieg in der GT3-AM-Kategorie.

„Wir sind hier in Dubai mit zwei top-eingestellten Autos angetreten und haben uns mit beiden Fahrzeugen in der Spitzengruppe behauptet“, blickt ein zufriedener Hubert Haupt zurück. „Unser Fahrzeug mit der Startnummer fünf hat eine tolle Performance abgeliefert und souverän den Sieg in der Klasse geholt. Wir hätten mit der #4 das Rennen sehr gerne gewonnen, aber ein Podium zum Saisonstart ist natürlich auch ein gutes Resultat. Großer Dank an das gesamte Team für ein gelungenes Rennwochenende!“

Es wird aber nicht der letzte Versuch des HRT Bilstein sein, der schon im ersten Rennen durch sein auffälliges Äußeres viele Fans gewinnen konnte – Stay tuned!